HYBRID Atlas mold - finished

schön und schwer – ein 80kg und ein 100kg Stein

Altas Stein herstellen

Atlas Steine – diese komischen Bälle, die diese großen bärtigen Männer im Fernsehen immer auf Podeste legen. Muss man sowas haben? Nein, solange man Strongman nicht als Wettkampfsport betreibt. Andererseits: Ja, denn sie machen enorm viel Spaß, sind vielseitig, unhandlich und bieten in ihrer Eigenart eine unheimliche Herausforderung. Glücklicherweise sind vor einigen Jahren verschiedene Anbieter auf den Markt getreten, die Formen für Atlas Steine zum Verkauf an Privatpersonen anbieten. Die bekannten Marken sind hierbei SLATER und HYBRID. In dieser Anleitung beschreiben wir die Schritte und Details, die ihr bei der Herstellung eurer Atlas Steine mit der HYBRID Form beachten müsst. Anschließend zeigen wir euch, wie ihr Atlas Steine mit der DO IT YOURSELF Variante herstellt. Am Ende des Artikels seht ihr, wie ihr beiden Varianten ein schönes Finish verleiht. Viel Spaß!

Atlas Stein mit der HYBRID Mold

Übersicht

Zuerst bekommt ihr eine Materialliste zur Übersicht darüber, was ihr zur Herstellung eines Atlas Steins mit der HYBRID Mold benötigt. Danach folgen die einzeln unterteilten Arbeitsschritte. Viel Spaß beim lesen und bei der Herstellung!

Materialliste:

Verbrauchsmaterial Form
Beton HYBRID Atlas Stone Mold
(evtl. AR-Glasfasern zur Bewehrung) Abstellmöglichkeit: ( 20L Eimer / Sandhaufen )
Anrühren 12 Kabelbinder oder
Bottich zum anrühren 12x M6x30mm + 24x Unterlegscheibe 15mm+
Große Schaufel Schalungsöl / Silikonspray / Sprühfett
Kleine Schaufel Verdichten
Litermaß Gummihammer
(Bohrmaschine /Quirl f. Bohrmaschine) Ggf. Hammer (500g) und Latte
(Verlängerungskabel) Ggf. (Betonrüttler / Poliergerät)
Boden Ggf. (Stab mit Stein)
Gewebe-Plane(ca.2x3m)
Bodenplatte (ca.1,5×1,5m)

Material organisieren

Abhängig von der Größe der Steine und davon, wie ihr mit euren Atlas-Steinen umspringen wollt, solltet ihr AR-Glasfasern als Verstärkung untermischen. Sind die Böden, auf die ihr abwerft eher hart (nur eine Matte über Betonboden), bietet sich eine Glasfaserverstärkung an. Auch bei großen Steinen ist eine Glasfaserverstärkung sinnvoll, da die Herstellung großer Steine mit mehr Zeit, Kosten und Aufwand verbunden ist, als die kleiner Steine. Zieht für besonders große Steine auch die Verwendung von Beton mit hoher Dichte in Betracht. Dieser ist jedoch wesentlich teurer als normaler Beton (Faktor 10).

Hierzu ein kleiner Einblick aus der Fachwelt:

Für die Anwendung in Beton benötigt ihr alkaliresistente (AR) Glasfasern in 12-18mm Länge. 
C- und E-Fasern reagieren beim Abbinden mit dem Zement und haben anschließend keine Wirkung mehr. 
Leider sind AR-Fasern erheblich teurer, was ihr in der Planung berücksichtigen solltet!

(Quelle: http://cms.nodal.de/sites/1001/pdf/15.pdf)

Beton mit einem Glasfaseranteil von 0,4% heißt Glasfaserverstärkter-Beton.
Eine Mischung mit Glasfaseranteilen von 2,5% - 5% nennt man Glasfaserbeton.

Glasfaserverstärkter Beton (0,4% GF) hat den Vorteil, dass die Wahrscheinlichkeit von Frühschwindtrissen 
in der Abbindephase erheblich gesenkt wird. Ein solides Verdichten bietet zusammen mit den Glasfasern 
somit eine gute Basis für die Festigkeit eurer Betonscheiben. 

Glasfaserbeton (2,5-5% GF) bietet eine erhöhte Stabilität des rissfreien Materials.
Es nimmt die Vibrationen also besser auf und verteilt sie auf die gesamte Scheibe. 
Mit GF-Beton könnt ihr sehr dünne Platten herstellen (2cm), die trotzdem stabil sind.
HYBRID MOULD für Atlas Stein - Material bereitgestellt

Alles steht bereit

Nun zur Organisation des Materials. Schaut, was ihr zuhause habt und was ihr noch benötigt. So vermeidet ihr unnötige Fahrerei und Wartezeiten und könnt schnellstmöglich starten. Sucht euch einen Ort, der vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung (eher im Sommer wichtig) geschützt ist. Ihr solltet dort ausreichend Platz zur Verarbeitung des Materials haben. Schaut, dass wirklich alles vor Ort bereit steht und ihr die Verarbeitung nicht unterbrechen müsst.

 

Material Vorbereiten

Bereitet zuerst den Boden vor. Hierzu breitet ihr die Plane an der Stelle aus, an der ihr den Beton anrühren und umfüllen wollt. Das Stromkabel für die Bohrmaschine mit Quirl zum anrühren sollte bis dorthin reichen. Die Halterung für die Form (Blumenkübel / Eimer o.Ä.) stellt ihr auf eure Bodenplatte. Die Plane sollte bündig mit der Platte abschließen, damit beim umfüllen und verschieben nichts auf den Boden kleckern kann.

Die HYBRID Atlas-Stein Form reinigt ihr zuerst mit einem Lappen. Anschließend fettet ihr die Form von innen ein. Hierzu sprüht ihr Fett / Silikonspray oder Schalungsöl in die Form hinein und verreibt es mit einem Lappen. Danach verschließt ihr die Form. Hier habt ihr zwei Optionen:

  1. Kabelbinder
  2. M6 Schrauben mit Unterlegscheiben

Die Kabelbinder sind die günstige Variante, dichten jedoch nicht so gut ab wie die Kombination mit Schraube-Mutter-Unterlegscheibe. Bei letzterer müsst ihr am Ende etwas weniger nacharbeiten. Die HYBRID Atlas Stone molds sind dafür bekannt, dass diese mit Kabelbindern verschlossen stark tropfen. Zieht beide Varianten richtig gut fest, damit die Form bestmöglich verschlossen ist. Denkt aber daran, dass ihr die Form durch zu festes anziehen der Schrauben beschädigen könnt! Die vorbereitete Form stellt ihr auf die Halterung auf der Bodenplatte. Danach könnt ihr damit beginnen, das Material zu verarbeiten.

Material verarbeiten

Die Verarbeitung teilen wir in folgende drei Unterschritte:

Anrühren, Umfüllen, Verdichten.

Anrühren

Stellt alle Bottiche dort hin, wo ihr sie braucht. Die Form steht auf der Halterung und das Gefäß zum anrühren auf der Plane.

Gebt nun die Trockenanteile (Betonmischung und ggf. AR-Fasern) in den Anrührbehälter. Rührt sicherheitshalber immer etwas mehr Beton an, als in den Stein kommt. Somit geht ihr sicher, dass die Form auch wirklich voll wird (80kg statt 79,2kg/175lbs). Gebt die erforderliche Menge Wasser hinzu. Die notwendigen Informationen findet ihr gedruckt auf den Betonsäcken. Meistens liegt der Wasseranteil im Bereich von 10%. Haltet euch auf jeden Fall am oberen Bereich des Wasseranteils oder leicht darüber! So lässt sich der Beton besser verdichten und wird nicht spröde. Nach der chemischen Reaktion, also während der Trockenphase, verschwindet das überschüssige Wasser. Abhängig vom gekauften Beton-Produkt, variiert der zurückbleibende Anteil. Eine pauschale und gleichzeitig präzise Aussage über das spätere Gewicht eures Atlas Steins zu treffen ist daher leider nicht möglich. Die Angaben auf den Formen passen generell jedoch sehr gut, solange ihr eure Mischung nicht viel zu nass macht (z.B. +50-100% Wasser)! Sollte das Gewicht hier anders ausfallen als erwartet, könnt ihr in einem neuen Stein verschiedene Tricks anwenden, um diesen schwerer oder leichter zu machen.

Rührt die Mischung nun sorgfältig durch. Achtet darauf, dass weder trockene Anteile, noch Teile mit verhältnismäßig hohem Wasseranteil bleiben. Bei der Verwendung von AR-Glasfasern, muss auch hier eine gleichmäßige Verteilung gewährleistet werden.

Umfüllen

HYBRID MOULD für Atlas Stein gefüllt

Gefüllte Form zum aushärten abgestellt

Die gut vermengte Mischung füllt ihr nun in die zuvor vorbereitete Form um. Nutzt hierzu eine kleine Schaufel oder ein weiteres Gefäß. Kippt nicht einfach die Masse in eins in die Form, da es sonst schwierig wird die Luftbläschen herauszubekommen. Nach ein paar Schaufeln rütelt ihr die Form für 30-60s durch, bis sich der Beton gesetzt hat. Dies wiederholt ihr, bis die Form komplett gefüllt ist. Es darf anfang ruhig ein kleiner Huckel aus der Öffnung hervorstehen. Der Beton wird in der nächsten Stunde noch absacken und sich verteilen.

Verdichten

Ist das Material umgefüllt, könnt ihr damit beginnen, den Beton zu verdichten. Ziel ist es, Luftbläschen aus dem Beton zu bekommen. Diese sehen im Endprodukt nicht schön aus und machen den Beton anfälliger für Risse. Zu Beginn lässt sich die Form noch sehr gut von Hand rütteln. Danach nehmt ihr am Besten  einen Gummihammer, klopft die Form für einige Minuten ab und füllt bei Bedarf neue Material oben auf der Öffnung auf. Als Alternative legt ihr eine Holzlatte an unterschiedlichen Positionen über den Bottich und klopft für ein paar Minuten mit einem normalen Hammer darauf. Das macht ihr so lange, bis ihr denkt, dass keine Luftblasen mehr in der Masse vorhanden sind. Habt ihr einen Betonrüttler, hängt ihr diesen für eine entsprechende Zeit hinein. Habt ihr ein Poliergerät, vibriert damit einige Zeit auf der Form herum, bis keine Blasen mehr emporsteigen. Legt anschließend einen feuchten Lappen über die Öffnung, damit der Beton nicht zu schnell trocknet und spröde wird. Nun geht es in die Trocknungsphase. Gebt eurem Stein mindestens 24h Zeit zum abbinden, bevor ihr weitermacht.

Material kontrollieren

Kontrolliert regelmäßig, ob noch alles wie geplant verläuft (keine Rohrbrüche oder enorme Hitzestrahlungen in der Nähe des trocknenden Materials). Habt ihr die Verschlussvariante mit Sechskantschrauben gewählt, könnt ihr nach zwei Tagen beginnen, diese Stück für Stück zu lösen. So kommt mehr Luft seitlich an den Stein und er kann besser durchtrocknen.

 

Atlas Stein auslösen

Gebt dem Stein 2-5 Tage Zeit zum abbinden, bevor ihr ihn auslöst. Die Steine trocknen im Vergleich wesentlich langsamer durch als die Hantelscheiben aus Beton. Letztere geben der Luft eine viel größere Oberfläche zum trocknen im Vergleich zu der kleinen Öffnung der Steinform. Schneidet jetzt die Kabelbinder auf oder löst eure Schrauben und tütet sie wieder ein. Anschließend klopft ihr mit einer Holzlatte an möglichst jede Position der oberen Hälfte. Arbeitet besonders am Rand bei der Kante sehr gründlich, damit ihr diese problemlos losbekommt. Ist die obere Hälfte gelöst, nehmt ihr sie ab. Jett müsst ihr den Stein drehen. ACHTUNG! Hierbei könnt ihr die Kante beschädigen. Um dies zu vermeiden, legt ihr den Stein auf den Boden. In Kipp-/Rollrichtung legt ihr eure beiden Holzlatten bereit. Beim Rollen positioniert ihr die Latten so, dass die Kante zwischen die beiden Latten kommt und somit keinem Druck und potenziellem Schaden ausgesetzt ist. Alternativ könnt ihr den Stein auch auf einen Sandsack/Sandhaufen kippen und dort drehen. Die Prozedur des Klopfens und Auslösens könnt ihr nun mit der anderen Hälfte der HYBRID-mold wiederholen. Ist der Stein gelöst, reinigt ihr schnell die Form.

Feinschliff

Die Hybrid Mold bietet drei potenzielle Punkte für die Nachbearbeitung:

  1. Luftbläschen an der Außenfläche bieten kein schönes Bild
  2. An der Verbindungsstelle der Formhälften entsteht eine Kante
  3. An der oberen Formöffnung entsteht eine Kante/Huckel

Punkte 2 und 3 sind spezifisch für die HYBRID Atlas Form. Um diese solltet ihr euch zuerst kümmern. Sehr grobe Huckel und Kanten klopft ihr mit einem kleinen Hammer ab. Schleift danach alle scharfen Kanten mit einer Feile, Schmirgelpapier oder einem Stahlschwamm ab. Denkt dabei daran, dass ihr später mit sehr viel Haut auf dem Stein sein werdet und euch sicherlich nicht unnötig verletzen möchtet. Ist alles glatt, könnt ihr euch den Luftlöchern widmen. Punkt 1 lässt sich mit einer sehr sämigen Mischung aus Zement beseitigen. Hierzu reibt ihr den Stein an den notwendigen Stellen mit der Mischung ein und reibt diese in die Löcher hinein, bis keines mehr zu sehen ist. Mit einem feuchten Handtuch reibt ihr anschließend den Stein wieder „sauber“, sodass sich der Zement nurnoch an den Stellen befindet, die ihr auffüllen möchtet. Lasst den Stein nun noch ein paar Tage zum trocknen stehen, bevor ihr ihn benutzt.

Und jetzt?

Wenn ihr eurem Stein genügend Zeit zum durchtrocknen gegeben habt, könnt ihr loslegen. Tragt ihn, ladet ihn auf Plattformen, schultert ihn und nutzt ihn zwischendurch als starkes und dekoratives Element im Blumenbeet. Für diejenigen, die sich Zwischengrößen wünschen, schreiben wir demnächst eine Anleitung dazu, wie ihr eure Steine schwerer oder leichter bekommt als mit der regulären Betonfüllung. Wie ihr farbige Atlas Steine herstellen könnt, findet ihr in dieser Anleitung. Schreibt gerne hier in die Kommentare oder sagt bei Facebook bescheid, die Herstellung des Stein mit der HYBRID Mold bei euch geklappt hat. Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß mit eurem neuen Atlas Stein!

 

 

Atlas Stein herstellen – Die DO IT YOURSELF Variante

DIY Atlas Stein - Deko

14kg DIY Stein neben einem 80kg HYBRID Stein

Einige von euch möchten sich vielleicht einen Atlas Stein selber machen, haben die Anleitung für die HYBRID Mold gelesen, schrecken jedoch vor den hohen Kosten des Kaufs der HYBRID und SLATER Formen zurück. Manchmal kann man sich auf Facebook oder in Foren umhören und kann sich Formen ausleihen. Dies dürfte jedoch nicht die Regel sein. Aber auch hierfür gibt es eine Lösung die wesentlich kostengünstiger ist als der Kauf der Atlas Stone Molds: Die Benutzung von Bällen als Form. Es ist fast so einfach wie es klingt. Ball aufschneiden – Beton eingießen – trocknen lassen – Form entfernen – fertig. Eine detailierte Anleitung in gewohnter Qualität geben wir euch weiter unten. Schaut euch jedoch zuerst die Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Atlas Stein Formen aus Bällen gegenüber der Benutzung von gekauften Formen an.

 

SLATER / HYBRID Molds

Bälle als Form für Atlas Steine

+ feste Form

– geringe Eigenstabilität der Form

– hoher Kostenaufwand

+ kostengünstig

+ gute Auswahl an Gewichtsklassen

– Zwischengrößen schwierig herzustellen

+ viele Verdichtungsoptionen

– wenig Verdichtungsoptionen

+ Form bis zu 50+ mal verwendbar

– Form nur 1 mal verwendbar

 

Zum Preisvergleich: die HYBRID Molds liegen in Deutschland zwischen 95-130€. Bälle hingegen liegen zwischen 1-15€. Abhängig von der geplanten Anzahl der Steine die ihr anfertigen möchtet, können Bälle somit entweder die ultimativ günstige Lösung oder aber ein unrentabler Mehraufwand sein. Es kommt also immer darauf an!

 

Der schwierigste Teil im Vorfeld ist es, das geeignete Gewicht für euren Atlas Stein zu finden. Bei den SLATER und HYBRID Molds liegen die Schritte in den Bereichen von 5kg -10kg – 15kg. Die Gewichte werden den Formen entsprechend angegeben und werden beim Gießen sogar in den Stein geprägt. Ihr könnt daher einfach die Form für euer gewünschtes Gewicht kaufen. Diesen Vorteil habt ihr leider nicht, wenn ihr Bälle als Form nutzt. Ihr müsst euch das spätere Gewicht errechnen. Zum Glück gibt es geeignete Rechner, mit denen ihr das tun könnt:

VOLUMENRECHNER KUGEL

Habt ihr das Volumen eines Balls errechnet, multipliziert ihr dies mit der Dichte eures Betons. Bei meinen Hantelscheiben aus Beton habe ich eine Dichte von 2,16g/cm³ erreicht. Generell liegt die Dichte von normalem Beton zwischen 2,0 – 2,6. Rückwärts im Dreisatz geht es natürlich auch. Gewünschtes Gewicht durch Dichte gleich Volumen. Volumen im Rechner eingeben und den entsprechenden Durchmesser erhalten. Die Ingenieure unter euch machen das alles bitte händisch! 😉

Beispiele:

       
m. Kunststoffball m. kl. Basketball m. gr. Basketball m. Gymnastikball
20cm 23cm 30cm 45cm
11kg 14kg 31kg 115kg
3,00 € 9,50 € 13,00 € 25,00 €

Material organisieren

Abhängig von der Größe der Steine und davon, wie ihr mit euren Atlas-Steinen umspringen wollt, solltet ihr AR-Glasfasern als Verstärkung untermischen. Sind die Böden, auf die ihr abwerft eher hart (nur eine Matte über Betonboden), bietet sich eine Glasfaserverstärkung an. Auch bei großen Steinen ist eine Glasfaserverstärkung sinnvoll, da die Herstellung großer Steine mit mehr Zeit, Kosten und Aufwand verbunden ist, als die kleiner Steine. Zieht für besonders große Steine auch die Verwendung von Beton mit hoher Dichte in Betracht. Dieser ist jedoch wesentlich teurer als normaler Beton (bis zum Faktor 10).

Hierzu ein kleiner Einblick aus der Fachwelt:

Für die Anwendung in Beton benötigt ihr alkaliresistente (AR) Glasfasern in 12-18mm Länge. 
C- und E-Fasern reagieren beim Abbinden mit dem Zement und haben anschließend keine Wirkung mehr. 
Leider sind AR-Fasern erheblich teurer, was ihr in der Planung berücksichtigen solltet!

(Quelle: http://cms.nodal.de/sites/1001/pdf/15.pdf)

Beton mit einem Glasfaseranteil von 0,4% heißt Glasfaserverstärkter-Beton.

Eine Mischung mit Glasfaseranteilen von 2,5% - 5% nennt man Glasfaserbeton.

Glasfaserverstärkter Beton (0,4% GF) hat den Vorteil, dass die Wahrscheinlichkeit von Frühschwindtrissen 
in der Abbindephase erheblich gesenkt wird. Ein solides Verdichten bietet zusammen mit den Glasfasern somit 
eine gute Basis für die Festigkeit eurer Betonscheiben. 

Glasfaserbeton (2,5-5% GF) bietet eine erhöhte Stabilität des rissfreien Materials. Es nimmt die Vibrationen 
also besser auf und verteilt sie auf die gesamte Scheibe. Mit GF-Beton könnt ihr sehr dünne Platten herstellen (2cm), 
die trotzdem stabil sind. 

Materialliste

Verbrauchsmaterial Form
Beton Bälle in gewünschter Größe
(evtl. AR-Glasfasern zur Bewehrung) Sandhaufen
Wasser (ggf. entspr. großen Maurerbottich)
Anrühren Schalungsöl / Silikonspray / Sprühfett
Bottich zum anrühren Verdichten
Große Schaufel Stab mit Stein
Kleine Schaufel (Ggf. Betonrüttler)
Litermaß
(Bohrmaschine /Quirl f. Bohrmaschine)  Waage
(Verlängerungskabel)

Nun zur Organisation des Materials. Schaut, was ihr zuhause habt und was ihr noch benötigt. So vermeidet ihr unnötige Fahrerei und Wartezeiten und könnt schnellstmöglich starten. Sucht euch einen Ort, der vor Regen und direkter Sonneneinstrahlung (eher im Sommer wichtig) geschützt ist. Ihr solltet dort ausreichend Platz zur Verarbeitung des Materials haben. Schaut, dass wirklich alles vor Ort bereit steht und ihr die Verarbeitung nicht unterbrechen müsst.

Material vorbereiten / Form stabilisieren

Bereitet zuerst den Boden vor. Hierzu breitet ihr die Plane an der Stelle aus, an der ihr den Beton anrühren und umfüllen wollt. Sie soll den Boden vor Betonspritzern schützen. Das Stromkabel für die Bohrmaschine mit Quirl zum anrühren sollte bis dorthin reichen.

Die Besonderheit beim Herstellen von Atlas Steinen mit Bällen als Form ist es , dass ihr eine Basis aus Sand/Erde für die Form benötigt. Nutzt ihr keine Sandform, drückt sich der Ball aufgrund des Eigengewichts (Beton) platt und ist später nicht mehr rund . Die Bälle stabilisiert ihr am Besten mitfeuchtem Sand, da er sich am leichtesten formen lässt. Hierzu habt ihr die Möglichkeit euch einen großen Sandhaufen zu suchen oder einen großen Bottich zu benutzen, dessen Durchmesser größer ist als der des Balls. Dreht den Ball nun so tief in den Sand, bis er mindestens bis zur Hälfte drin steckt. Der Sand (möglichst etwas angefeuchtet) nimmt so die runde Form des Balls an und stabilisiert später den Beton. Bleibt der Sand in Form, könnt ihr eine Öffnung zum einfüllen des Betons in die Oberseite des Balls schneiden. Anschließend sprüht ihr euer Schalöl / Silikon- / Fettspray in den Ball. Da die Form nicht stabil ist und zu intensive Sprüh- und Reibarbeiten deren Stabilität gefährden könnten, geht ihr hier lieber einen kleinen Kompromiss in der Oberflächenschmierung ein. Die Sandform ist wichtiger als die Schmierung der Verbrauchsform!

Material verarbeiten

Die Verarbeitung teilen wir in folgende drei Unterschritte:Anrühren, Umfüllen, Verdichten

 

Anrühren

Stellt alle Bottiche dort hin, wo ihr sie braucht. Die Form steht auf der Halterung und das Gefäß zum anrühren auf der Plane.

HYBRID MOULD für Atlas Stein - Material angerührt

Angerührter Beton für Atlas Stein

Gebt nun die Trockenanteile (Betonmischung und ggf. AR-Fasern) in den Anrührbehälter. Rührt sicherheitshalber immer etwas mehr Beton an, als in den Stein kommt. Somit geht ihr sicher, dass die Form auch wirklich voll wird (z.B. 80kg statt 79,2kg/175lbs). Gebt die erforderliche Menge Wasser hinzu. Die notwendigen Informationen findet ihr gedruckt auf den Betonsäcken. Meistens liegt der Wasseranteil im Bereich von 10%. Nehmt auf jeden Fall eine sehr feuchte Mischung. Eure Möglichkeiten der Verdichtung sind bei Bällen als Form eingeschränkt, daher geht ein paar Prozentanteile mit dem Wasser hoch. Nach der chemischen Reaktion, also während der Trockenphase, verschwindet das überschüssige Wasser. Abhängig vom gekauften Beton-Produkt, variiert der zurückbleibende Anteil. Eine pauschale und gleichzeitig präzise Aussage über das spätere Gewicht eures Atlas Steins zu treffen ist daher leider nicht möglich. Die Angaben auf HYBRID Formen passen generell sehr gut. Am Ende entscheidet dann die Dichte des Betons, die im Bereich von 2,0-2,6g/cm³ liegt. Sollte das Gewicht hier anders ausfallen als erwartet, könnt ihr in einem neuen Stein verschiedene Tricks anwenden, um diesen schwerer oder leichter zu machen.

Rührt die Mischung nun sorgfältig durch. Achtet darauf, dass weder trockene Anteile, noch Teile mit verhältnismäßig hohem Wasseranteil bleiben. Bei der Verwendung von AR-Glasfasern, muss auch hier eine gleichmäßige Verteilung gewährleistet werden.

Umfüllen

DIY Atlas Stein - Beton einfüllen

Beton wird eingefüllt

Die gut vermengte Mischung füllt ihr nun in die zuvor vorbereitete Form um. Nutzt hierzu eine kleine Schaufel oder ein weiteres Gefäß. Kippt nicht einfach die Masse in eins in die Form, da es sonst schwierig wird die Luftbläschen herauszubekommen. Nach ein paar Schaufeln stochert ihr die Masse für 30-60s durch, bis sich der Beton gesetzt hat. Dies wiederholt ihr, bis die Form komplett gefüllt ist. Es darf anfangs ruhig ein kleiner Huckel aus der Öffnung hervorstehen. Der Beton wird in der nächsten Stunde noch absacken und sich verteilen.

Verdichten

DIY Atlas Stein - Verdichten

Verdichten mit alten Pfeilen oder Holzstäben

Ist das Material umgefüllt, könnt ihr damit beginnen, den Beton zu verdichten. Ziel ist es, Luftbläschen aus dem Beton zu bekommen. Diese sehen im Endprodukt nicht schön aus und machen den Beton anfälliger für Risse. Die einfache Variante mt eiem Gummihammer auf die Form zu klopfen geht bei Bällen leider nicht. Nutzt zum Verdichten einen Stab, an den ihr einen Stein mit Klebeband befestigt. Stochert mit diesem an möglichst jeder Position des Betons für eine gewisse Zeit herum. Das macht ihr so lange, bis ihr denkt, dass keine Luftblasen mehr in der Masse vorhanden sind. Habt ihr einen Betonrüttler, hängt ihr diesen für eine entsprechende Zeit hinein. Nun geht es in die Trocknungsphase. Gebt eurem Stein mindestens 24h Zeit zum abbinden, bevor ihr weitermacht. Während der Trocknungsphase solltet ihr ein nasses Handtuch über die Öffnung legen um eine zu schnelle Verdunstung und somit spröden Beton zu vermeiden.

Material kontrollieren

Kontrolliert regelmäßig, ob noch alles wie geplant verläuft (keine Rohrbrüche oder enorme Hitzestrahlungen in der Nähe des trocknenden Materials). Bei starker Hitze legt ihr ein nasses Handtuch über die Form, damit der Beton nicht spröde wird.

Atlas Stein auslösen

DIY Atlas Stein - frisch ausgepackt

Frisch ausgepackt – Die Form ist verloren

Gebt dem Stein mindestens 24h bevor ihr ihn auslöst. Die Steine trocknen vergleichsweise wesentlich langsamer durch als die Hantelscheiben aus Beton. Letztere geben der Luft eine viel größere Oberfläche zum trocknen im Vergleich zu der kleinen Öffnung der Steinform. Wundert euch daher nicht darüber, wenn sich der Stein noch feucht anfühl! Das ist nicht weiter schlimm.

Schneidet jetzt die Haut des Balls auf und löst sie Stück für Stück vom Steinkörper. Dabei könnt ihr den Atlas Stein einfach im Sand drehen. Die Form des Steins geht bei dieser kostengünstigen Variante leider verloren. Die Nachhaltigkeit steht im Preiskampf also leider hintenan.

Feinschliff

Ein Atlas Stein aus einer Ball-Form bietet zwei potenzielle Punkte für de Nachbearbeitung:

  1. Luftbläschen an der Außenfläche bieten kein schönes Bild
  2. An der oberen Formöffnung entsteht eine Kante/Huckel

Punkt 2 trifft auf jede uns bekannte Atlas Form zu. Um diesen solltet ihr euch zuerst kümmern. Sehr grobe Huckel und Kanten klopft ihr mit einem kleinen Hammer ab. Schleift danach alle scharfen Kanten mit einer Feile, Schmirgelpapier oder einem Stahlschwamm ab. Denkt dabei daran, dass ihr später mit sehr viel Haut auf dem Stein sein werdet und euch sicherlich nicht unnötig verletzen möchtet. Ist alles glatt, könnt ihr euch den Luftlöchern widmen. Punkt 1 lässt sich mit einer sehr sämigen Mischung aus Zement beseitigen. Hierzu reibt ihr den Stein an den notwendigen Stellen mit der Mischung ein und reibt sie in die Löcher hinein. Lasst ihn danach einige Tage zum trocknen stehen, bevor ihr ihn benutzt. Beton erreicht seine Nennfestigkeit erst nach 28 Tagen!

 

Und jetzt?

DIY Atlas Stein - fertig

Bereit zum Einsatz

Wie bei allen Gegenständen aus Beton: Wenn ihr eurem Stein genügend Zeit zum durchtrocknen gegeben habt, könnt ihr loslegen. Tragt ihn, ladet ihn, schultert ihn und nutzt ihn zwischendurch als starkes und dekoratives Element im Blumenbeet. Ihr könnt damit alles machen, was ihr auch mit Atlas Steinen aus anderen Formen macht. Schreibt gerne hier in die Kommentare oder sagt bei Facebook bescheid, wie es bei euch geklappt hat. Wir wünschen auf jeden Fall viel Spaß mit eurem neuen Atlas Stein!

 

 

 

 

Optische Aufwertung des Betons

Ein gut verdichteter Atlas Stein mit glatter Oberfläche und sattem Grauton hat einen gewissen Charme und ist definitiv ein Hingucker. Einige Trainierende möchten für ihr Equipment jedoch einen besonderen Look. Sei es um eine farbliche Abwechslung zu haben, die verschiedenen Gewichte wie in einem olympischen Hantelset unterscheiden zu können oder für einen edleren Look, um sich von der Masse abzugrenzen. In rot ist der Atlas Stein ein echter Hingucker

In dieser Anleitung lernt ihr verschiedene Methoden kennen, wie ihr eure Trainingsgeräte aus Beton optisch aufwerten könnt. Es geht hier primär um den Beton und seine Anwendung an sich, als um die verschiedenen Utensilien. Die selben Methoden könnt ihr somit auch für Betonböden anwenden.

Als Veredelungsmethoden beschreiben wir die Bereiche der Oberflächenbearbeitung sowie der Farbgestaltung, die ihr euch in der Übersicht anschauen könnt. Da es hier um Veredelungen geht, fallen die Kosten für die jeweiligen bearbeiteten Utensilien im Verhältnis zu den unbearbeiteten Versionen wesentlich höher aus. Wenn ihr veredeln möchtet, solltet ihr also bereit sein, etwas mehr Zeit und Geld zu investieren.

Oberflächenbearbeitung

Farbgestaltung

Beton fräsen / schleifen / polieren

Farbigen Beton herstellen

Beton versiegeln / imprägnieren

Beton streichen

Beton ölen oder wachsen (ungeeignet)

Versiegeln mit farbigem Epoxidharz

Oberflächenbearbeitung

Angenommen ihr habt eine rauhe Oberfläche an euren Trainingsutensilien und möchtet lieber eine Oberfläche haben, die spiegelglatt und griffig ist. Hier bieten sich folgende Arbeitschritte an: fräsen- schleifen – polieren – imprägneren – versiegeln. Die eben genannten Arbeitsschritte beschreiben wir nun. Gerade Oberflächen sind dabei grundsätzlich einfacher zu bearbeiten als andere Formen.

Beton fräsen / schleifen / polieren

Der Unterschied zwischen dem Fräsen, dem Schleifen und dem Polieren von Beton liegt lediglich darin, wie grob das Material zur Bearbeitung ist und in welcher Schicht gearbeitet wird. Der Übergang ist daher fließend.

Die wenigsten Heimwerker werden einen Betonschleifer zuhause haben. Leider lässt sich Beton nicht mit gängigeren Werkzeugen wie Winkelschleifern bearbeiten um gute Ergebnisse zu erzielen. Leiht euch daher ein entsprechendes Handgerät im Werkzeugverleih. Ein Gerät wie in diesem  Betonschleifer-Set ist dabei von der Größe her vollkommen ausreichend, da ihr keine riesigen Flächen bearbeitet. Ein größeres Gerät zu kaufen oder zu leihen wäre übertrieben. Betonschleifer nutzen Schleifteller. Diese sind für die grobe Vorarbeit mit Diamantsegmenten bestückt oder nutzen Schleifpads für die feineren Schritte. Die Schleifscheiben sind in unterschiedlichen Körnungen verfügbar.

 

Organisiert euch die zu dem Gerät passende Aufsätze zum schleifen/fräsen.

Die Vorgehensweise ist denkbar einfach. Ihr startet mit dem Diamantsegment zum Abtragen der obersten rauhen Schicht. Danach nutzt ihr das Schleifpad mit der gröbsten Körnung (meist 50-100) und schleift die Fläche ab, bis sich eine gleichmäßige Oberflächenstruktur abzeichnet. Anschließend bereinigt ihr die Oberfläche vom Staub. Ihr setzt den Vorgang nun mit der nächsten Körnung fort. Bei jedem Schleifschritt verdoppelt ihr die Körnung der Diamantsegmente (100 – 200 – 400 – 800 …) Dies wiederholt ihr mit der nächst kleineren Körnung, bis ihr alle Diamantaufsätze benutzt habt. Die Oberfläche sollte jetzt ziemlich glatt und optisch sehr ansprechend sein. Reicht euch das nicht, fahrt ihr mit dem nächsten Schritt fort und versiegelt den Beton.

Beton versiegeln

Unversiegelter trockener Beton ist sehr saugfähig und kann daher vom Gewicht schwanken, wenn er nass wird. Gut daran ist, dass er euren Schweiß direkt aufsaugt. Ein versiegelter Beton ist jedoch optisch deutlich attraktiver, lässt sich besser abwischen und ist vor Verschmutzung besser geschützt. Die Resistenz des Betons wird zwar auch durch eine reine Imprägnierung verbessert, nicht jedoch die Optik. Eine Versiegelung von Beton wird in der Regel mit Epoxid-Harz durchgeführt. Ist der Beton gut vorbereitet, lässt sich hiermit ein Endergebnis erzielen, das ähnlich zu Marmor- oder Terazzoböden ist.

Damit durch die Versiegelung ein ordentliches Ergebnis erzielt wird, solltet ihr den durchgetrockneten, saugfähigen Beton mit Tiefengrund vorbereiten. Ihr benötigt demnach Tiefengrund und Epoxidharz, sowie eine Rolle zum gleichmäßigen Auftragen.

Eine Packung von 1kg Epoxidharz reicht generell für 5m². Ihr könnt euren Bedarf mithilfe dieser Flächenrechner herausfinden:

KUGELRECHNER ZYLINDERRECHNER QUADERRECHNER

Reinigt nun die Oberfläche mit einem Staubsauger oder mit Druckluft. Anschließend streicht ihr die Oberfläche mit Tiefengrund, der geeignet für den späteren Einsatz von Epoxidharz ist. Nachdem ihr den Beton mit Tiefengrund gestrichen habt, wartet ihr die auf der Verpackung angegebene Trockenzeit ab, bevor ihr die Epoxid-Mischung anrührt. Um ein besonders gutes Ergebnis zu erzielen, positioniert ihr euer Werkstück in einem staubfreien Raum, den in der 24h Trocknungszeit des Epoxidharzes niemand betritt. Wie ihr die jeweilige Epoxidharz-Mischung anrührt, findet ihr auf der Verpackung. Achtet auf die notwendige Menge für euren Beton. Für vier Hantelscheiben braucht ihr in etwa 400ml Epoxidharz (200g m²). Rührt also nur etwas mehr an, als ihr benötigt. Hierfür 1kg zu verschwenden ist absolut unnötig. Die Bearbeitungszeit ist recht kurz (~30min), weshalb ihr sicherstellen solltet, dass alles vorbereitet ist was ihr benötigt. Streicht nun euren Beton mithilfe einer kleinen Rolle mit dem Epoxidharz ein. Lasst die Schicht trocknen und begutachtet anschließend euer Ergebnis. Reicht euch das Ergebnis noch nicht aus, könnt ihr eine weitere Schicht Epoxidharz anrühren und auftragen.

Beton ölen und wachsen

Um Sichtbeton zu verschönern kann man ihn auch ölen und wachsen. Für den Einsatz an Trainingsgeräten sind diese Methoden jedoch denkbar ungeeignet. Man muss den Vorgang regelmäßig wiederholen um die Optik zu erhalten. Des Weiteren handelt es sich um eine Oberflächenveredelung, die intensive Nutzung nicht dauerhaft verträgt. Kontinuierliche Benutzung erzielt somit gegebenenfalls ein gegenteiliges Ergebnis, sieht also gegebenenfalls unschön aus. Für die Veredelung von Atlas Steinen ist das Ölen besonders ungeeignet, da so die notwendige Griffigkeit verloren geht.

Farbgestaltung

Für die farbliche Gestaltung von Beton gibt es unterschiedliche Herangehensweisen:

  • Herstellung von farbigem Beton
  • Streichen des Betons
  • Färbung der Epoxidharzversiegelung

Welche Gestaltungsvariante ihr wählt, sollte von der geplanten Verwendung des Trainingsutensils abhängen. Eine nachträgliche Farbgestaltung ist für Gegenstände geeignet, die keiner starken Nutzung der Oberfläche ausgesetzt sind. Hier ist besonders das Streichen zu nennen.

Bei besonders beanspruchten Oberflächen solltet ihr den Beton im Vorfeld einfärben. Auch bei womöglich auftretenden Macken und abgesplitterten Ecken, behält der Beton in der Tiefe die gewollte Farbe.

Eine Zwischenlösung ist das Einfärben der Epoxidharz-Versiegelung.

Streichen

Ihr könnt Beton nachträglich mit unterschiedlichen Farben gestalten. Hierzu bieten sich jedoch nur die Oberflächen an, die keiner starken Beanspruchung ausgesetzt sind. Als Beispiel können wir die tiefe Prägung auf Atlas-Steinen nennen. Auch Utensilien, deren Ecken und Kontaktflächen ihr abgedämpft habt können sorgenfrei gestrichen werden. Zum Streichen verwendet ihr Betonfarbe. Vorm Streichen solltet ihr, wie auch bei der Versiegelung, farbkompatiblen Tiefengrund auftragen. Das Auftragen erfolgt mit der Rolle oder einem Quast. Für kleine Flächen könnt ihr selbstverständlich auch einen kleinen Pinsel nutzen.

Herstellung von farbigem Beton

Farbigen Beton herzustellen ist einfacher als man denken mag. Zur Färbung wird Eisenoxid verwendet, das einfach unter den Beton gemischt wird. Eisenoxid-Pulver ist in verschiedenen Farben verfügbar und bietet eine bunte Palette zur Gestaltung eures Equipments. Die Festigkeit des Betons wird hierdurch nicht beeinflusst. Habt ihr trotzdem Bedenken, mischt einfach AR-Glasfasern unter. Ein Mischverhältnis von 1:1 ist jedoch selbstverständlich nicht zu empfehlen. Sowohl preislich, als auch von der Festigkeit her ist irgedwann eine Grenze erreicht. Der Bereich um 0,5% Eisenoxid zu Beton ist realistischer. Eisenoxid liegt preislich im Bereich von 7€-19€/kg. Dies ist abhängig von der Farbe. Standardfarben wie rot, gelb, rotbraun und schwarz sind meist erheblich günstiger als blau.

Im folgenden Beispiel habe ich 500g Eisenoxid in Ziegelrot für einen 80kg Atlas Stein untergemischt (0,625%). Beachtet beim anmischen, dass ihr wegen des Eisenoxids mehr Wasser benötigt. Die zusätzliche Wassermenge liegt mindestens im Verhältnis 1:4 zum Eisenoxid. Statt 9L Wasser/80kg Beton habe ich 10,5L Wasser (1:3) untergemischt um eine vergleichbar feuchte Mischung zu erhalten wie in meinem vorherigen Stein. Das Ergebnis ist jedoch noch nicht zufriedenstellend gewesen, wie im Bild erkennbar. Setzt daher den Wasseranteil von vorneherein höher an (1:4+), damit ihr die Mischung auch ordentlich verdichten könnt! Den zweiten roten Stein habe ich mit einem Verhältnis von 0,15% Eisenoxid zu Beton und einem etwas dunkleren Zement hergestellt. Auf dem Bild ist der Stein jedoch auch noch feucht und daher etwas dunkler.

 

Einfärben durch Epoxidharz-Versiegelung

Das Einfärben durch eine Epoxidharz-Versiegelung ist ein Hybrid der unterschiedlichen Vorgehensweisen zur Gestaltung eures Betons. Ihr mischt der Epoxidharz-Mischung ein farbiges Eisenoxid (alternativ Farbpulver) unter, wie ihr es auch im Beton gemacht habt. Die Konsequenz des nachträglichen Einfärbens ist jedoch die Möglichkeit, dass sich die Färbung abnutzt. Das Mischverhältnis ist hierbei ein ähnliches.(~0,5%). Ihr benötigt demnach nur einen Bruchteil des Eisenoxids im Vergleich zum Einfärben des Betons während der Herstellung. Der Ablauf ist daher folgender: Oberfläche glätten – Bearbeitung mit Tiefengrund – Mischung des Epoxidharz mit Eisenoxid – Oberfläche streichen.

PRO TIP: Wer sich etwas ganz Verwegenes wünscht und ohnehin mit Macken rechnet, kann auch den Beton einfärben 
und anschließend eine Epoxidharzversiegelung in einer anderen Farbe überziehen. Färbt ihr den Beton eures 
Atlas Steins in Rot, versiegelt in Grün, erhaltet eine tiefe Maserung und setzt extern ein paar weitere Akzente, 
habt ihr eine dicke Schildkröte. Platzt dann etwas vom Beton ab, sieht es aus, als blute euer Strongman-Haustier: 
blood & sweat & tears … Ansonsten fällt mir spontan noch die Außengestaltung als Maschine mit auslaufendem Öl 
(schwarzes Oxid) an den Macken ein.